Was passiert, wenn ein evangelischer Pfarrer, ein katholischer Dekan, das Festpräsidium und der Bürgermeister gemeinsam auf dem Marktplatz das Mikrofon übernehmen? Ein stimmungsvoller und humorvoller ökumenischer Gottesdienst zum Bächtlefest-Sonntag in Bad Saulgau ​

Bad Saulgau, 19.07.2026 – Die Antwort ist einfach: Dann feiert Bad Saulgau sein traditionelles Bächtlefest und die Gemeinde kommt zum großen ökumenischen Festgottesdienst zusammen! Am heutigen Sonntagvormittag verwandelte sich der voll besetzte Marktplatz in eine feierliche und zugleich wunderbar lebendige Kulisse. ​
Schon früh strömten die Besucher herbei, sodass der Platz fast bis auf den letzten Stuhl besetzt war. Mit dem kraftvollen Eröffnungslied „Großer Gott, wir loben dich“ stimmte die Festgemeinde in den Vormittag ein. Der evangelische Pfarrer Schweikhart eröffnete den Gottesdienst offiziell und lud alle Anwesenden dazu ein, gemeinsam den Psalm 36 zu beten: „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist…“. ​ ​

Eine Predigt mit Augenzwinkern und eine modische Überraschung ​

Die anschließende Predigt von Dekan Peter Müller sorgte für begeisterte Gesichter und Schmunzeln in den Reihen. Er berichtete von einem Bild, das ihm in Erinnerung geblieben war: Darauf zu sehen ist das Jesuskind, das mit dem heiligen Antonius eine herzhafte Runde Karten spielt. Müller gab offen zu, die tiefere theologische Bedeutung dieses Bildes zwar nicht im Detail zu kennen – aber seine Vermutung lag auf der Hand: Im Leben hat eben nicht nur die Arbeit, sondern auch die Freude, das gemeinsame Lachen und der Spaß ihre feste Zeit. Mit diesem charmanten Vergleich schlug er eine perfekte Brücke zum Kinderfest und dem heiteren Wesen des Bächtlefests. ​
Musikalisch glanzvoll gestaltet wurde der Gottesdienst durch den Posaunenchor Bad Saulgau. Pfarrer Schweikhart verriet den Gottesdienstbesuchern zudem noch ein kleines Detail am Rande: Die Musikerinnen und Musiker durften heute in ihren brandneuen, schicken T-Shirts auftreten. Den krönenden Abschluss des geistlichen Teils bildete das traditionelle Bächtlefest-Lied, gesungen nach der Melodie von „Geh aus, mein Herz“, das den Frohsinn des Tages perfekt auf den Punkt brachte. ​ ​

Herzlicher Dank und ein Stoßgebet nach oben ​

Direkt im Anschluss an den Gottesdienst traten Bächtlefest-Präsident Christoph Rack und Vizepräsidentin Gaby Gönner-Stolz an das Mikrofon. Sie nutzten die Gelegenheit, um sich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu bedanken, ohne die ein solches Großereignis gar nicht möglich wäre. Gleichzeitig luden sie die gesamte Bevölkerung ein, sich im Laufe des Tages zahlreich auf dem Rummelplatz und bei den traditionellen Kinderspielen zu treffen. ​ ​Für besondere Erheiterung sorgte Vizepräsidentin Gaby Gönner-Stolz mit einem kleinen Blick hinter die Kulissen der Wetterplanung: Sie verriet, dass sie heute Morgen noch mit dem Dekan telefoniert hatte, um zu klären, ob der Gottesdienst wie geplant im Freien stattfinden könne. Während Dekan Müller als unverbesserlicher Optimist sofort meinte „Na klar!“, ging sie als Realistin lieber auf Nummer sicher und zündete zu Hause ein paar Kerzen an, um den Himmel um gutes Wetter zu bitten. ​
Das gemeinsame Hoffen (und die Kerzen) zeigten Wirkung: Es blieb den gesamten Gottesdienst über trocken! Und selbst wenn ein Schauer aufgezogen wäre, hätte das der Stimmung keinen Abbruch getan. Der gesamte Marktplatz war mit den großen, leuchtenden Bächtlefest-Schirmen übersäht, die die Besucher sowohl vor zu viel Sonne als auch vor eventuellem Regen bestens geschützt hätten. ​
Ein rundum gelungener, harmonischer Auftakt für den Festsonntag, der zeigt, wie eng Glaube, Gemeinschaft und Feierlaune in Bad Saulgau beieinanderliegen!