Kapelle St. Georg in Untereggatsweiler

Ein barockes Juwel aus dem Jahr 1725 mit Originalausstattung aus der Bauzeit

Die Pfarrei Untereggatsweiler wurde 1275 urkundlich erstmals erwähnt. Diese Pfarrei kam 1391 an das Prämonstratenserkloster Schussenried und wurde von dort aus mit Reichenbach und Allmannsweiler von Patres versorgt, seit 1936 gehört sie zu Braunenweiler.

Die ursprüngliche Pfarrkirche war dem Hl. Georg geweiht, später wurde auch der Hl. Magnus verehrt (der Patron des Klosters Schussenried). Im 16. Jahrhundert wurde diese Kirche wegen Baufälligkeit abgebrochen, und durch eine Holzkirche ersetzt, errichtet von Abt Oswald Escher (1575-1582).

1725 wurde die heutige Kirche unter Abt Didacus Ströbele von Michael Mohr aus Schussenried erbaut. Didacus Ströbele war auch Bauherr der Wallfahrtskirche Steinhausen. Die Ausstattung ist original erhalten: Der Deckenstuck ist von dem aus Mailand stammenden Nicolao Barthi. Deckenfresken von Johannes Bergmayer aus Biberach, im Chor das Abendmahl, im Schiff als Hauptbild die Marienkrönung, umgeben von dreipassförmigen Bildern der Hl. Nikolaus, Konrad, Franziskus und Aloysius von 1726. 1728 erteilte der Schussenrieder Abt den Auftrag für den Altar dem Überlinger Bildhauer Georg Anton Machein (1685-1739). Er steht frei vor der Ostwand mit vergoldeter Knorpelakanthuszier und Putten, das Altarbild zeigt die Verherrlichung des Hl. Georg, darüber in einer Wappenkartusche die Wappen des Klosters und des Abtes Didacus Ströbele, im Vierpassgemälde des Aufsatzes ein segnender Gottvater, bekrönt von Engelsköpfen und einem Flammenherz. Das Altarkreuz soll von Hans Zürn um 1600 geschaffen sein. Am Altar die beiden Figuren Georg und Wendelin von dem Saulgauer Bildhauer Hermann Stärk 1906.

Der freistehende Altar (um 1728) von Georg Anton Machein mit Altarkreuz (um 1600) von Hans Zürn

Auf den Türen neben dem Altar: Figuren der Heiligen Magnus und Gallus, in den Türfüllungen die Georgslegende. An den Seitenwänden: Hl. Georg zu Pferd (vielleicht von Hans Jakob Brumbacher, Weingarten, 2. Hälfte 18. Jahrhunderts); Wendelinus mit Hirtenschippe, Kuh und Schaf von Johann Christian, Riedlingen, um 1760, Pieta, ebenfalls 2. Hälfte 18. Jahrhunderts, das Gestühl von 1726. Chorgestühl von Machein. Es wurde von seinem ursprünglichen  Standort nachträglich in die Kapelle gebracht.

Darstellung des Patrons dieser Kapelle: der Hl. Georg (von Hermann Stärk, 1906)

Pietà an der linken Seitenwand (2. Hälfte 18. Jahrhundert)