„Doraus gute Laune, detnaus gute Laune“: Närrischer Ausnahmezustand in Sankt Johannes
Wenn die Kirchenbänke bis auf den letzten Platz gefüllt sind und statt feierlicher Stille rhythmisches Klatschen durch das Kirchenschiff hallt, dann ist in Bad Saulgau wieder die Zeit der Narrenmesse gekommen. Am vergangenen Sonntag verwandelte sich die Stadtpfarrkirche Sankt Johannes in ein Zentrum glückseliger Glückseligkeit, das Tradition, Glaube und schwäbisch-alemannische Fasnet vereinte.
Ein Einzug voller Tradition
Bereits der Einzug bot ein prächtiges Bild: Angeführt von den Symbolfiguren Nachtwächter und Adam, begleitet von den Bütteln und der gesamten Narrenvorstandschaft, zogen die Akteure gemeinsam mit den Ministranten und Dekan Peter Müller in das Gotteshaus ein.
Die Lesungen wurden vom Zunftmeister Andreas Arnold vorgetragen. Trotz der Strapazen des vorangegangenen Bürgerballs im Stadtforum verlieh er den Texten eine ganz persönliche Note. Auch die Kleinsten zeigten Größe: Die Fürbitten wurden von jungen und alten Narren gleichermaßen gekonnt und würdig vorgetragen.
Der Höhepunkt: Mitsingen und Mitmachen
Absoluter Höhepunkt war die Predigt bzw. die musikalische Einlage von Dekan Peter Müller. Er dichtete das Lied „Gute Laune“ um, was die Gemeinde buchstäblich von den Bänken riss: “Im Himmel gute Laune, in Saulgau gute Laune, bei Engeln gute Laune, bei Bengel gute Laune, Doraus gute Laune, Detnaus gute Laune, Fasnet ist heut einfach überall“
Die gesamte Kirchengemeinde sang, klatschte und bewegte sich im Rhythmus der Reime. Der tosende Applaus am Ende zeigte, wie sehr diese Form der frohen Botschaft die Menschen erreichte. Selbst nach dem feierlichen „Großer Gott, wir loben dich“, das Matthias Burth mit närrischem Schwung an der Orgel interpretierte, stimmte die Gemeinde den Refrain der „guten Laune“ nach dem Segen spontan noch einmal an.
Traditioneller Ausklang
Bevor die Gottesdienstbesucher mit einem frisch gebackenen Fasnetsküchle auf den Heimweg entlassen wurde, riefen der Oberbüttel und der Nachtwächter zum traditionellen Dorausschreien auf, das ab 13:00 Uhr am Gasthaus Haasen seinen Lauf nahm.
Mit Klick auf ein Bild öffnet sich die Bildergalerie (Bilder von Markus Hammer)

































































