Gedenken an Josef Ruf in Bad Saulgau: Ein Zeugnis des Gewissens und Mahnung zum Frieden ​

Am 11.10.2026 fand in der Johanneskirche in Bad Saulgau ein Gedenkgottesdienst zum 86. Todestag des katholischen Kriegsdienstverweigerers Josef Ruf statt. Der aus Hochberg stammende Josef Ruf wurde am 10. Oktober 1940 aufgrund seiner christlich motivierten Weigerung, den Kriegsdienst zu leisten und den Fahneneid auf das NS-Regime zu schwören, in Brandenburg-Görden hingerichtet. ​

Feierliche musikalische Gestaltung ​
Der Gottesdienst wurde feierlich mitgestaltet von der Mädchenkantorei unter der Leitung von Christine Wetzel, an der Orgel begleitete Hugo Birkhofer die Gemeinde. ​

Prominente Gäste und Vertreter von Pax Christi ​
Zu den Teilnehmern des Gedenkens zählten neben zahlreichen Gläubigen auch Vertreter der Friedensbewegung Pax Christi, darunter die Diözesanvorsitzende Wiltrud Rösch-Metzler und Hermann Merkle, sowie Wolfgang Lohmiller aus Bad Saulgau. Als Hauptzelebrant und Prediger konnte Domkapitular Thomas Weißhaar aus Rottenburg in der Kirchengemeinde begrüßt werden. ​

Predigt und Botschaft: Mut zum Gewissen ​In seiner Predigt erinnerte Domkapitular Weißhaar an das Lebenszeugnis von Josef Ruf, der als überzeugter Christ und Mitglied der katholischen Königsinstituts-Gemeinschaft den radikalen Weg des Friedens ging. Sein kompromissloser Schritt, den Kriegsdienst aus Gewissensgründen zu verweigern, kostete ihn das Leben. ​
Das Gedenken an Josef Ruf sei jedoch weit mehr als ein historischer Rückblick. Angesichts weltweiter Kriege, geopolitischer Spannungen und neuer militärischer Aufrüstung ist sein Zeugnis hochaktuell. Die Botschaft des Evangeliums fordere Christinnen und Christen dazu auf, dem Unrecht zu widerstehen, für den Frieden einzustehen und den Mut zu haben, in Gewissensentscheidungen auch „Nein“ zu Gewalt zu sagen. ​
Mit dem Entlassungsruf der Liturgie – „Ite missa est“ („Geht in Frieden / Das ist euer Sendung, das ist euer Auftrag“) – wurden die Gottesdienstbesucher ermutigt, den Einsatz für den Frieden und die Erinnerung an Zeugen wie Josef Ruf in ihren Alltag und in unsere heutige Zeit zu tragen.

Überraschung zum Ausklang
​Zum Abschluss des Gottesdienstes gab es noch eine freudige Überraschung: Domkapitular Weißhaar verriet der Gemeinde, dass Dekan Peter Müller Geburtstag hat. Daraufhin stimmte die Mädchenkantorei spontan das Lied „Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen“ an. Die Gemeinde fiel sofort mit ein, und ganz ohne vorherige Absprache klappte sogar ein wunderschöner, mehrstimmiger Kanon zwischen den Mädels und der Kirche – ein herzerwärmender und harmonischer Ausklang dieses besonderen Gottesdienstes.