Bad Saulgau 04.07.2026 Die Stadtpfarrkirche in Bad Saulgau bot am heutigen Tag ein Bild tiefer Anteilnahme und Verbundenheit: Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Gläubige, Weggefährten und Abordnungen aus allen seinen früheren Wirkungsstätten waren zusammengekommen, um Pfarrer Harald Johannes Öhl die letzte Ehre zu erweisen. Pfarrer Öhl war am 23. Juni 2026 nach einem siebenwöchigen Krankenhausaufenthalt im Klinikum Bad Krozingen im Alter von 56 Jahren verstorben.
„Er ging uns nur voraus“ – Ein Requiem im Zeichen der Hoffnung
Dekan Peter Müller leitete das feierliche Requiem und fand bereits zu Beginn trostvolle Worte für die trauernde Gemeinde, die Familie und die Angehörigen: „Es ist nicht das Ende, er ging uns nur voraus“, so der Dekan sinngemäß, womit er den Ton für einen Gottesdienst setzte, der ganz im Zeichen des christlichen Auferstehungsglaubens stand.
In seiner Predigt schlug Dekan Müller eine Brücke zum Johannesevangelium und dem Bild vom Weizenkorn, das sterben muss, um reiche Frucht zu bringen. Er verdeutlichte, dass Pfarrer Öhl trotz seines schweren Herzleidens und der Gewissheit um den nahenden Abschied diesen Weg im tiefen Vertrauen auf Gottes Führung gegangen sei. Seit seiner Priesterweihe am 6. Juli 2002 in Weingarten habe er sein Leben ganz in den Dienst Christi gestellt und sei für viele selbst zu einem Segen, zu einem fruchtbaren „Weizenkorn“ geworden.
Würdigung in den Nachrufen
Am Schluss der heiligen Messe folgten zwei bewegende Nachrufe, darunter der der Kirchengemeinde Friedberg und der Seelsorgeeinheit Bad Saulgau vorgetragen von der 1. Vorsitzenden Dagmar Bayer
Darin wurde Pfarrer Öhl als tiefgläubiger, ernsthafter und den Menschen zugewandter Seelsorger gewürdigt, der seit 2016 in der Seelsorgeeinheit Bad Saulgau und insbesondere in Friedberg wirkte. Besonders hervorgehoben wurden:
• Seine liturgische Akribie: Seine Gewissenhaftigkeit bei der Vorbereitung der Gottesdienste und die andächtige Feier der Eucharistie.
• Die marianische Prägung: Seine tiefe Liebe zur Gottesmutter, die sich unter anderem in der Einführung der Fatimatage (jeweils am 13. des Monats) und der Herz-Mariä-Sühnesamstage in Friedberg zeigte.
• Sein offenes Ohr: Die unzähligen persönlichen Gespräche in der Sakristei und sein unermüdlicher Dienst als Beichtvater.
Der Nachruf machte deutlich, dass man mit ihm nicht nur einen engagierten Pfarrer verliert, sondern für viele auch einen echten Vertrauten und guten Freund.
Letzte Ruhestätte in Friedberg
Nach dem feierlichen Requiem in der Johanneskirche wurde der Sarg nach Friedberg überführt. Entsprechend dem eigenen, ausdrücklichen Wunsch von Pfarrer Öhl, der sich in Friedberg und bei den dortigen Wallfahrern stets sehr wohl und heimisch gefühlt hatte, fand die Beerdigung im Anschluss an die heilige Messe auf dem dortigen Friedhof statt.
Die große Anzahl der Trauernden und die tiefe Betroffenheit zeigten eindrucksvoll, wie viel Pfarrer Harald Johannes Öhl den Menschen in Bad Saulgau, Friedberg und darüber hinaus bedeutet hat.


