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Ausstellung in der Fähre

Albert Burkart, 1898 in Riedlingen geboren, leistete als Künstler und Professor einen wichtigen Beitrag zur Kirchenkunst des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Zwischen 1928 und 1970 schuf er für fast 70 Kirchen Wandgemälde, Altarbilder und Kreuzwege, für 35 Gotteshäuser Fenstergestaltungen. 1955 erschien der von ihm illustrierte Deutsche Einheitskatechismus, nach seinem farbigen Einband der „grüne“ Katechismus genannt. Dieser wurde für die religiöse Bildung einer ganzen Generation von Jugendlichen prägend und formte ihre Vorstellung vom biblischen Geschehen nachhaltig.

Aus Albert Burkarts umfangreichem malerischen Werk präsentiert die Ausstellung in der „Fähre“ Gemälde aus vier Jahrzehnten, die einen Wandel seines künstlerischen Schaffens anschaulich machen. So sprach sich der Künstler in der Nachkriegszeit gegen die Abstraktion aus. Er sah in ihr keine Möglichkeit, die göttliche Wahrheit sichtbar werden zu lassen und sich bildnerisch dem Metaphysischen anzunähern. Mit der Lehrtätigkeit als Professor an der Städel-Schule Frankfurt a.M. (1949-1963) und zahlreichen Aufträgen für Kirchenfenster begann er diese Meinung zu revidieren. Er bezog vermehrt abstrahierende und abstrakte Formen in seine Kompositionen mit ein und erkannte den Eigenwert der Farbe. Ab Mitte der 1960er Jahre arbeitete er sowohl figurativ als auch ungegenständlich; Mitte der 1970er Jahren kehrte er zu einer vorwiegend figürlichen Darstellungsweise zurück. Die Ausstellung zeichnet diese Entwicklung nach.

Stets stellte sich Albert Burkart die Frage, ob und wie er eine Sphäre jenseits des Sichtbaren und Messbaren erfassen konnte. Ließ sich dieses Nicht-Benennbare in einer zeitgemäßen Formensprache ausdrücken? Konnten die Gläubigen dem Künstler dann auch folgen? Erreichte die Kraft der Farben und Kompositionen auch die Kraft der Worte? Auf diese Weise gelangen dem Künstler, der 1982 in München starb, viele eindrückliche Bilder.

„Der einfache Gläubige braucht die Vorstellung des Malers, um seine Vorstellung daran zu entzünden. Was wäre heute an religiöser Vorstellung in unserem gläubigen Volk ohne die bildhafte Aussage der Kunst in den vergangenen Jahrhunderten!“ (A. B., 1956)

 

Führung mit Dr. Uwe Degreif
Sonntag, 14. November 2021, 11 Uhr

Galeriegespräch
Musikalisches Galeriegespräch zum Christusbild von Albert Burkart mit Sr. Angela Maria Jäger und Gisela O’Grady-Pfeiffer (Glasharfe)
Donnerstag, 14. Oktober 2021, 19 Uhr

Öffnungszeiten :
12.9. bis 28.11.2021
Dienstag bis Sonntag, 14-17 Uhr
Eintritt 3 Euro; Schüler und Studenten frei